1. Die Planetaren Grenzen

Die deutsche Diskussion fokussierte sich auf ein Nachhaltigkeitsverständnis, dass die drei miteinander eng verbunden Dimensionen der Nachhaltigkeit (Ökonomie, Soziales, und Ökologie) als Drei-Säulen-Modell konzeptualisierte und letztlich darauf fokussierte, dass alle drei Säulen in sich nachhaltig sein sollten und mithin Zielkonflikte zu beachten sind:

Demnach bestünde die Gefahr, dass eine zu starke Betonung der ökologischen Säule zu einer Gefährdung der ökonomischen Säule führen würde. Nachhaltige Entwicklung wurde dementsprechend als „regulative Idee“ verstanden und die Vorstellung „harter“ Grenzen verneint.

Vertiefung

In Forschungen und Diskussionen zum Klimawandel wurde diese Interpretation zunehmend infrage gestellt und mit dem Budgetansatz des WBGU (2009) verdeutlicht, dass eine Übernutzung natürlicher Ressourcen – in diesem Fall der Aufnahmekapazität der Atmosphäre für Treibhausgase – zu massiven Schäden führen werde.

Fast zeitgleich wurde das Konzept der „planetary boundaries“ entwickelt. Es benennt die ökologischen Grenzen der Erde, deren Überschreitung die Stabilität der Ökosysteme und die Lebensgrundlagen der Menschheit gefährden würde. Das Konzept zeigt gleichzeitig den sogenannten sicheren Handlungsspielraum (safe operating space for humanity) auf, der die Einhaltung der definierten Grenzen achtet (Rockström et al. 2009).

--- Grafik: van_kin_k3_l2_planetary_boundaries_gra_de ---