1. Environmental Justice

Environmental Justice setzt beim Zusammenhang von Umweltbelastungen und sozialer Ungleichheit an. Bereits in klassischen Studien wurde gezeigt, dass marginalisierte Gruppen – in den USA etwa People of Color und einkommensarme Communities – überproportional häufig in der Nähe von Deponien, Industrieanlagen oder toxischen Standorten leben (Mohai et al. 2009).

Übertragen auf KI bedeutet das: Die Orte, an denen Rohstoffe abgebaut oder Elektroschrott entsorgt wird, sind meist Regionen mit geringer politischer Durchsetzungskraft und hoher sozialer Verletzlichkeit. Die Frage der Umweltgerechtigkeit dreht sich dabei nicht nur um die Verteilung von Lasten und Nutzen, sondern auch um Verfahren: Wer verfügt über Informationen, wer kann an Genehmigungsprozessen teilnehmen, wer kann klagen? Und sie betrifft Anerkennung: Wessen Perspektiven werden ernst genommen, wessen Erfahrungswissen findet Eingang in politische Entscheidungen?