Wasser für die Kühlung von Rechenzentren
2. Wasserverbrauch weltweit
In einer Studie im Auftrag von Greenpeace haben Forscher:innen abgeschätzt wie sich der Wasserverbrauch von Datenzentren weltweit entwickelt, wenn man von einer weltweit gleichmäßigen Verbreitung der Kühltechnologien wie in den USA ausgeht.
Vertiefung
Vergleichen Sie hierzu die beiden Abbildungen unten zum Wasserverbrauch weltweit und zur weltweiten Verteilung von Datenzentren (nicht KI-spezifisch).
Für das Jahr 2023 ergibt sich daraus ein Verbrauch von rund 175 Milliarden Litern Wasser. Dieser teilt sich auf in 68 Milliarden Liter für herkömmliche Rechenzentren, 77 Milliarden Liter für Kryptowährungs-Rechenzentren und 30 Milliarden Liter für KI-spezialisierte Rechenzentren.
Auf Basis dieser Annahmen wurde die Prognose bis 2030 berechnet. Demnach steigt der weltweite Wasserverbrauch von Rechenzentren bis 2030 auf insgesamt 664 Milliarden Liter. Davon entfallen 203 Milliarden Liter auf konventionelle Rechenzentren, 123 Milliarden Liter auf Kryptowährungs-Rechenzentren und 338 Milliarden Liter auf KI-Rechenzentren. Damit werden KI-Rechenzentren im Jahr 2030 mehr Wasser verbrauchen als herkömmliche und Kryptowährungs-Rechenzentren zusammen.
Der Wasserverbrauch von Datenzentren ist jedoch nicht nur eine technische, sondern vor allem auch eine gerechtigkeitspolitische Frage. Gemeinden im Globalen Süden und ländliche Regionen im Norden tragen die ökologischen Kosten digitaler Dienste, die primär von wohlhabenderen Gesellschaften genutzt werden. In der Fallstudienpublikation „Where the cloud meets cement“, die von Journalisten gemeinsam mit Wissenschaftler:innen und Aktivisten durchgeführt wurden zeigt sich, dass es zahlreiche Konflikten um Wasserrechte, Transparenz und die gerechte Verteilung natürlicher Ressourcen beim Bau von neuen Datenzentren gibt.