Lerninhalt zum Bias
1. Bias Arten und ihre Entstehung
1.2. Beispiel: Survivorship-Bias
Quelle: In Anlehnung an Martin Grandjean (vector), McGeddon (picture), Cameron Moll (concept) (CC BY-SA 4.0)
Die Grafik illustriert sehr anschaulich den sogenannten Survivorship Bias – also den Denkfehler, dass wir unsere Schlüsse oft nur auf Grundlage der „Überlebenden“ ziehen und dabei die unsichtbaren, ausgefallenen Fälle ignorieren. Im Bild sieht man ein Flugzeug mit Einschusslöchern. Zunächst lag die Entscheidung nahe, jene Bereiche zu verstärken, an denen viele Treffer sichtbar waren (links in der Abbildung). Diese Treffer stammten jedoch von Maschinen, die trotz dieser Schäden zurückgekehrt waren. Die unsichtbare Gruppe – Flugzeuge, die abgeschossen wurden und gar nicht zurückkehrten – lieferte dagegen keine Daten.
Der entscheidende Gedanke war daher: Nicht die sichtbaren Trefferstellen sind am gefährlichsten, sondern die unbeschädigten Bereiche in den zurückgekehrten Maschinen (rechts in der Abbildung). Denn Treffer dort führten meist zum Absturz. Das bedeutet, dass die Panzerung gerade an den Stellen verstärkt werden musste, die keine Einschusslöcher aufwiesen.