3. Ökologische Grenzen der Erde

Die deutsche Diskussion fokussierte sich auf ein Nachhaltigkeitsverständnis, dass die drei miteinander eng verbunden Dimensionen der Nachhaltigkeit (Ökonomie, Soziales, und Ökologie) als Drei-Säulen-Modell konzeptualisierte und letztlich darauf fokussierte, dass alle drei Säulen in sich nachhaltig sein sollten und mithin Zielkonflikte zu beachten sind:

Zitat

Demnach bestünde die Gefahr, dass eine zu starke Betonung der ökologischen Säule zu einer Gefährdung der ökonomischen Säule führen würde. Nachhaltige Entwicklung wurde dementsprechend als „regulative Idee“ (Homann 1996) verstanden und die Vorstellung „harter“ Grenzen verneint.

In Forschungen und Diskussionen zum Klimawandel wurde diese Interpretation zunehmend infrage gestellt und mit dem Budgetansatz des WBGU (2009) verdeutlicht, dass eine Übernutzung natürlicher Ressourcen – in diesem Fall der Aufnahmekapazität der Atmosphäre für Treibhausgase – zu massiven Schäden führen werde. Fast zeitgleich wurde das Konzept der „planetary boundaries“ (Rockström et al. 2009 und später weiterentwickelt Steffen et al. 2015) entwickelt. Es benennt die ökologischen Grenzen der Erde (siehe Abbildung unten), deren Überschreitung die Stabilität der Ökosysteme und die Lebensgrundlagen der Menschheit gefährden würde. Das Konzept zeigt gleichzeitig den sogenannten sicheren Handlungsspielraum (safe operating space for humanity) auf, der die Einhaltung der definierten Grenzen achtet (Rockström et al. 2009).

Interaktive Grafik: Drei Kreisdiagramme zeigen für 2009, 2015 und 2023 den Zustand der planetaren Grenzen. Farbflächen verdeutlichen, welche ökologischen Bereiche den sicheren Handlungsraum überschreiten. Im Zeitverlauf nimmt die Zahl der überschrittenen Grenzen sichtbar zu.