2. Die Substituierbarkeit

2.1. Definition

Was bedeutet Substituierbarkeit?

Substituierbarkeit beschreibt die Möglichkeit, Verluste an Naturkapital durch anderes Kapital – insbesondere menschengemachtes Kapital wie Technik, Infrastruktur oder Wissen – auszugleichen. Die Kernfrage lautet also: Kann Technologie die Funktionen der Natur vollständig ersetzen?

Starke Nachhaltigkeit

  • Geht davon aus, dass Naturkapital nicht oder nur sehr begrenzt ersetzbar ist.

  • Bestimmte ökologische Grenzen dürfen nicht überschritten werden, da ihre Überschreitung irreversibel sein kann (z. B. Artensterben, Klimakipppunkte).

  • Konsequenz: Erhaltung des Naturkapitals hat oberste Priorität.

Schwache Nachhaltigkeit

  • Geht von einer hohen Substituierbarkeit von Naturkapital durch menschliches Kapital aus.

  • Technologischer Fortschritt kann Ressourcenverluste ausgleichen oder sogar übertreffen.

  • Konsequenz: Schwerpunkt auf Innovation und wirtschaftliche Entwicklung, solange der Gesamtkapitalstock erhalten bleibt.

Merke

Die Unterscheidung zwischen starker und schwacher Nachhaltigkeit prägt bis heute politische Strategien und wirtschaftliche Entscheidungen – vom Ressourcenschutz bis zur Klimapolitik.