Bedingungen in Europa und Deutschland
Europa hat gerade in den Regionen um Nordsee und Atlantik sehr günstige Windbedingungen. Die Bedingungen in Deutschland sind dementsprechend im Norden Niedersachsens und in Schleswig-Holstein besonders günstig. Prinzipiell sind aber in weiten Teilen Deutschlands die Windbedingungen für die Gewinnung von Windenergie geeignet. Allerdings hängen die Windgeschwindigkeiten auch von topographischen Gegebenheiten ab. Auf dem offenen Meer, an der Küste und auf landschaftlichen Erhöhungen sind die Windstärken logischerweise größer als in Tälern, Städten oder Wäldern. Die durchschnittlichen Windstärken je nach Gebiet in Teilen Europas sind in der folgenden Abbildung dargestellt:

(Grafik: © Björn Witha, Frauenhofer IWES (2019): Neuer Windatlas für Europa fertiggestellt)
Die Wirtschaftlichkeit einer Windkraftanlage ist von vielen Faktoren abhängig, u.a. von den Kosten für die Herstellung und Installation, der geernteten Windmenge und dem Preis der für den Strom erzielt werden kann. Derzeit werden WEA an Standorten gebaut, wo durchschnittlich mehr als 6,5 m/s Wind in 150 m Höhe vorhanden sind (vgl. Pape et al. (2022)).
Abgesehen von der Notwendigkeit, dass ein Standort genug Wind haben muss, gibt es auch zahlreiche weitere Faktoren, die beeinflussen, ob ein Windkraftwerk gebaut werden kann oder nicht. Hier kann allgemein zwischen abiotischen, biotischen und anthropogenen Schutzgütern unterschieden werden.

Eine Studie von 2022 kommt zu dem Ergebnis, dass 5,6% der Fläche Deutschlands unter Berücksichtigung verschiedener Ausschlusskriterien prinzipiell für die Gewinnung von Windenergie in Frage kommt. Hierbei muss angemerkt werden, dass bei detaillierteren Untersuchungen diese Fläche noch kleiner werden könnte (vgl. Pape et al. (2022)). Die entsprechende Studie benennt den potentiellen jährlichen Energieertrag mit 970 bis 1700 TWh (Zum Vergleich lag der Gesamtstromverbrauch in Deutschlandlaut
Statista in 2023 bei 467 MWh und der Gesamtenergieverbrauch bei 3327 TWh). Theoretisch ließe sich also ein großer Teil des Energiebedarfs aus Windkraft decken.