Kurs: Grundlagen und Perspektiven der Energiewende | OnCourse UB

  • Lektion 5

    • Erdöl als Energieträger im Verkehrssektor

      Öl spielt als Energieträger für die Gewinnung von Strom und Wärme eine untergeordnete Rolle. Produkte aus Erdöl werden vor allem im Verkehrssektor als Kraftstoffe eingesetzt, wo sie derzeit unersetzlich sind. Die im Erdöl enthaltene chemische Energie wird also in vielen Fällen nicht in Strom oder Wärme umgewandelt, sondern in Bewegungsenergie für Mobilität. Bei Flugzeugen werden dafür zum Teil Strahltriebwerke eingesetzt, die Gasturbinen enthalten. In allen anderen Verkehrsmitteln werden aber ausschließlich Motoren verwendet, deren Funktion sich von der der Turbinen unterscheidet. Es gibt verschiedene Motortypen, die sich in der technischen Funktionsweise teils deutlich unterscheiden. Die Grundkomponenten sind allerdings bei allen ähnlich.

      Ähnlich funktionieren auch die Motoren in Dieselfahrzeugen, zum Beispiel LKW, und Schiffen. Diese haben aber zum Beispiel keine Zündkerzen. Derzeit haben Motoren einen Wirkungsrad von 35-40%.

      Erdöl als Kraftstoff
        
        



      Das in Deutschland verwendete Erdöl wird vollständig importiert. Die weltweiten Ölreserven sind ungleich verteilt und es gibt immer wieder Krisen, in denen der Ölpreis stark ansteigt. Da Öl als Grundstoff für Kraftstoffe und aber auch für die chemische Industrie eine zentrale Rolle für die Wirtschaft spielt, haben diese Krisen direkte Auswirkungen auf die wirtschaftliche Gesamtsituationen.








      Eine wichtige Rolle bei der Preisbildung für das Öl spielt die Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC). Sie ist ein Zusammenschluss von Ländern, die große Ölreserven haben und untereinander koordinieren, wie viel Öl gefördert wird. Damit wird auch der Preis beeinflusst.
    • Öl und Umweltschäden

      Wie bei Kohle und Gas entstehen auch bei der Förderung von Öl beträchtliche Umweltschäden. Zusätzlich entstehen bei der Förderung und dem Transport von Öl von Zeit zu Zeit große Havarien, die gewaltige Auswirkungen auf die angrenzenden Ökosysteme haben können. Besonders drastisch sind die Folgen, wenn die Havarien auf oder in Gewässern geschehen. Das Öl wird dann über weite Strecken verteilt und schädigt die Natur auf Flächen, die größer sind als manche Länder, über Jahre und Jahrzehnte. Das Öl ist dick zähflüssig und wird in der Natur nur äußerst langsam abgebaut. Es ist für viele Organismen giftig, zusätzlich sind verschmutzte Organsimen oft in der Atmung und Bewegung eingeschränkt und verenden. In der Karte sind einige besonders große Havarien kenntlich gemacht, wobei die Größe der Flächen hinter den Jahreszahlen die Menge an ausgetretenem Öl indiziert. Öl kann wie Gas auch durch Pipelines transportiert werden. Auch wenn diese im Verhältnis zum Transport mit Schiffen sicherer sind, kann es hier zu Havarien kommen, wenn diese beschädigt werden.

      (vgl. Grote (2016))