Energieverbrauch in der Wirtschaft
Die Wirtschaft verbraucht 70% der Endenergie in Deutschland. Die benötigte Energie unterscheidet sich zwischen verschiedenen Branchen, was einerseits an dem Produktionsvolumen der jeweiligen Branchen liegt und andererseits and der unterschiedlichen Energieintensität der verschiedenen Prozesse. Die Verarbeitung bzw. Herstellung von Chemikalien, Metallen, Glas, Papier und pharmazeutischen Produkten gelten als besonderes energieintensiv.
In der untenstehenden Grafik sind die Energiekosten pro Kilogramm verschiedener Stoffgruppen, gegen den Handelspreis pro Kilogramm in Pfund-Sterling aufgetragen. Diese Stoffe sind jeweils in einer Vielzahl von Produkten enthalten und es ist zu erkennen, dass der Handelspreis mit dem Energieaufwand korreliert. Das liegt daran, dass die Energiekosten einen großen Teil der Gesamtkosten dieser Stoffe ausmachen.
Es wird u.a. unterschieden zwischen:
- Polymeren, zu denen alle Kunststoffe gezählt werden, also PVC, PET, etc.;
- Verbundstoffen (Composites) also Kunststoffen, die durch Fasern verstärkt sind;
- Keramiken, dazu zählen verschiedene anorganische Materialien, u.a. Silizium und Bauxit;
- poröse Keramiken, wozu Beton, Ziegelsteine und Porzellan zählen und
- Metalle und Metalllegierungen.
Die Umrisse in den folgenden Grafiken für die jeweiligen Materialien zeigen, dass
Preise und Energiekosten stark streuen. In der zweiten Grafik sind
verschiedene Metalle noch einmal differenziert. Gold und Titan sind sowohl
teuer als auch energieaufwändig, Gusseisen (Cast Iron) ist hingegen
verhältnismäßig günstig.

(Grafiken: ©University of Cambridge, Department of Engineering, Material Information (2002), URL: http://www-materials.eng.cam.ac.uk/mpsite/materials.html)
In der untenstehenden Grafik sind die Anteile verschiedener
Wirtschaftszweige am Energiebedarf der deutschen Wirtschaft im Jahr 2020
aufgeschlüsselt. Laut dem
Bundesumweltamt entfiel der größte Teil - fast 45% - der Energie auf das
verarbeitende Gewerbe. Danach folgt die Energieversorgung mit rund 23% und
Transport und Lagerung mit 11,5%.

Das verarbeitende Gewerbe besteht aus einer Vielzahl von
Branchen mit völlig unterschiedlichen Produkten. Den Großteil der Energie
benötigt in Deutschland die chemische Industrie. Hierzu zählt u.a. die
Herstellung pharmazeutischer Produkte, die Herstellung von Kunststoffen,
Hygieneprodukten und verschiedenen Grundchemikalien. Ca. zwei Drittel der
Produktion dieser Branche werden als Vorprodukte dann in anderen Industrien weiterverarbeitet (vgl. BMWK, Artikel Wirtschaftsbranchen, Chemie und Pharmazie).
Die anderen Bereiche mit großem Energiebedarf sind jeweils die Hersteller von
Kokerei- und Mineralölerzeugnissen (u.a. Kraftstoffe), Metallerzeugnissen, Glas und Keramikwaren.

Der Energiebedarf der einzelnen Branchen schwankt in den letzten 20 Jahren, bleibt aber weitgehend konstant. Wirtschaftskrisen, wie die von 2009
oder 2020 führen dazu, dass manche Branchen in diesen Jahren deutlich weniger
Energie benötigen.