Die Debatte um Nachhaltigkeit und die Interpretation des Nachhaltigkeitsbegriffs hat mit dem Bericht der Brundtlandkommission 1987 einen zentralen Impuls erfahren. Nachhaltigkeit wurde wie folgt interpretiert:
Zitat
„Sustainable development meets the needs of the
present without compromising the ability of future generations to meet their
own needs.“
(Brundtland 1987)
Damit wurden bereits die Grundfragen einer
nachhaltigen Entwicklung, nämlich die Frage nach der intra- und intergene-
rationalen Gerechtigkeit gestellt. Mit der Rio-Konferenz 1992 wurden die
Dimensionen Ökologie, Soziales und Ökonomie betont und insbesondere auch ihre
Interdependenzen.
In den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts
wurden unterschiedliche Nachhaltigkeitskonzepte diskutiert, wobei die
Diskussionen um starke und schwache Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle
spielten. Wesentliches Unterscheidungskriterium dabei war unter anderem die
Frage nach der Substituierbarkeit des sogenannten Naturkapitals. Die
Vertreter*innen der starken Nachhaltigkeit gingen im Wesentlichen davon aus,
dass eine Substituierbarkeit nicht gegeben sei, während die Vertreter*innen der
schwachen Nachhaltigkeit von einer weitgehenden Substituierbarkeit von
Naturkapital durch Menschen gemachtes Kapital (z. B. in Form von
technologischen Entwicklungen) ausgingen.
Aus diesen unterschiedlichen Interpretationen ergeben sich weitgehende Unterschiede in den Handlungsorientierungen: