Überregionale und globale Folgen
Umweltverschmutzung ist ein globales Problem. Neben den Ökosystemen sind vor allem Menschen die Leidtragenden, es gibt Schätzungen, die davon ausgehen, dass mehr als 8 Millionen Menschen jährlich an den Folgen von Umweltverschmutzung versterben.

Beispiel Ostsee
Ein Beispiel für die Belastung mit Umweltgiften ist die
Ostsee. Sie ist von vielen Industrieländern umgeben und hat gleichzeitig nur
einen kleinen Zugang zum Atlantik, was dazu führt, dass Schadstoffe, die von
dort eingetragen werden, aufkonzentrieren. Dies führt u.a. dazu, dass der dort
lebende Hering, ein wichtiger Speisefisch, schwer mit verschiedenen Schadstoffen
belastet ist. Der Ursprung der Belastung ist dabei diffus und im Einzelnen
nicht immer nachzuvollziehen. Die meisten Schadstoffe kommen aus verschiedenen
Quellen und wurden in der Regel nicht an der Küste der Ostsee erzeugt, sondern
durch Flüsse eingetragen.
Klimawandel
Die größten Auswirkungen unserer Zeit sind aber durch den verstärkten Treibhauseffekt und den daraus folgenden Klimawandel spürbar. Es ist mittlerweile wissenschaftlicher Konsens, dass eine Erwärmung von 1,5°C im globalen Mittel kaum noch aufzuhalten ist und auch dafür (also eine Erwärmung um "nur" 1,5°C) wird angenommen, dass die Emissionen an CO
2 deutlich gesenkt werden müssen. Die globalen Emissionen nahmen in der Vergangenheit jedoch kontinuierlich zu, sodass nur mit großen und einschneidenden Veränderungen davon ausgegangen werden kann, dass eine noch stärkere Erderwärmung verhindert werden kann.
(Quelle: Nasa earth observatory: World of Change: Global Temperatures, URL: https://earthobservatory.nasa.gov/world-of-change/global-temperatures)
Die Erwärmung ist dabei nicht überall gleichmäßig, sondern ist in
manchen Regionen stärker als in anderen:

(Quelle: Nasa earth observatory: World of Change: Global Temperatures, URL: https://earthobservatory.nasa.gov/world-of-change/global-temperatures)
Die Änderungen der globalen Erwärmung sind komplex. Primär
bewirkt die Erwärmung u.a. den Rückgang von Schnee und Gletschern, das Tauen
des Permafrostbodens in der nördlichen Hemisphäre, die Zunahme von Dürren und
die Ausdehnung von Wüsten. Das Tauen der Schnee- und Gletschermassen führt zu
einer Erhöhung des Meeresspiegels, der unter anderem das Verschwinden niedrig
gelegener Landmassen und die Erosion der Küsten beschleunigt. Das Tauen des
Permafrostbodens setzt dort gebundenes CO2 und Methan frei, die wiederum den
Treibhauseffekt verstärken. Auch extreme Wetterphänomene nehmen zu.
Die beschriebenen Veränderungen wirken auf die Biosphäre und
führen dazu, dass Ökosysteme sich massiv verändern. Viele Arten können an ihren
ursprünglichen Orten nicht mehr leben und werden verdrängt. Dies betrifft auch
Kulturpflanzen, für die manche Regionen in Folge der Veränderungen zu warm oder
zu trocken sind.
Die physischen und biologischen Veränderungen haben
umfangreiche Folgen für den Menschen. Durch die Veränderung der Gegebenheiten wird
vielen Menschen Ihre Lebensgrundlage genommen. Sie haben schlechteren Zugang zu
Trinkwasser, können Nahrung nicht in gewohnter Art und Weise produzieren oder
müssen sogar bestimmte Regionen verlassen, weil sie unbewohnbar werden. Diese
Veränderungen haben umfangreiche gesellschaftliche Folgen, wie politische
Konflikte und Fluchtbewegungen.
(Quelle: Scheffran et al., 2009)