Kurs: Grundlagen und Perspektiven der Energiewende | OnCourse UB

  • Lektion 5

    • Überregionale und globale Folgen

      Umweltverschmutzung ist ein globales Problem. Neben den Ökosystemen sind vor allem Menschen die Leidtragenden, es gibt Schätzungen, die davon ausgehen, dass mehr als 8 Millionen Menschen jährlich an den Folgen von Umweltverschmutzung versterben.


      Beispiel Ostsee

      Ein Beispiel für die Belastung mit Umweltgiften ist die Ostsee. Sie ist von vielen Industrieländern umgeben und hat gleichzeitig nur einen kleinen Zugang zum Atlantik, was dazu führt, dass Schadstoffe, die von dort eingetragen werden, aufkonzentrieren. Dies führt u.a. dazu, dass der dort lebende Hering, ein wichtiger Speisefisch, schwer mit verschiedenen Schadstoffen belastet ist. Der Ursprung der Belastung ist dabei diffus und im Einzelnen nicht immer nachzuvollziehen. Die meisten Schadstoffe kommen aus verschiedenen Quellen und wurden in der Regel nicht an der Küste der Ostsee erzeugt, sondern durch Flüsse eingetragen.


      Klimawandel
      Die größten Auswirkungen unserer Zeit sind aber durch den verstärkten Treibhauseffekt und den daraus folgenden Klimawandel spürbar. Es ist mittlerweile wissenschaftlicher Konsens, dass eine Erwärmung von 1,5°C im globalen Mittel kaum noch aufzuhalten ist und auch dafür (also eine Erwärmung um "nur" 1,5°C) wird angenommen, dass die Emissionen an CO2 deutlich gesenkt werden müssen. Die globalen Emissionen nahmen in der Vergangenheit jedoch kontinuierlich zu, sodass nur mit großen und einschneidenden Veränderungen davon ausgegangen werden kann, dass eine noch stärkere Erderwärmung verhindert werden kann.


      (Quelle: Nasa earth observatory: World of Change: Global Temperatures, URL: https://earthobservatory.nasa.gov/world-of-change/global-temperatures)

      Die Erwärmung ist dabei nicht überall gleichmäßig, sondern ist in manchen Regionen stärker als in anderen:


      (Quelle: Nasa earth observatory: World of Change: Global Temperatures, URL: https://earthobservatory.nasa.gov/world-of-change/global-temperatures)

      Die Änderungen der globalen Erwärmung sind komplex. Primär bewirkt die Erwärmung u.a. den Rückgang von Schnee und Gletschern, das Tauen des Permafrostbodens in der nördlichen Hemisphäre, die Zunahme von Dürren und die Ausdehnung von Wüsten. Das Tauen der Schnee- und Gletschermassen führt zu einer Erhöhung des Meeresspiegels, der unter anderem das Verschwinden niedrig gelegener Landmassen und die Erosion der Küsten beschleunigt. Das Tauen des Permafrostbodens setzt dort gebundenes CO2 und Methan frei, die wiederum den Treibhauseffekt verstärken. Auch extreme Wetterphänomene nehmen zu.

      Die beschriebenen Veränderungen wirken auf die Biosphäre und führen dazu, dass Ökosysteme sich massiv verändern. Viele Arten können an ihren ursprünglichen Orten nicht mehr leben und werden verdrängt. Dies betrifft auch Kulturpflanzen, für die manche Regionen in Folge der Veränderungen zu warm oder zu trocken sind. 

      Die physischen und biologischen Veränderungen haben umfangreiche Folgen für den Menschen. Durch die Veränderung der Gegebenheiten wird vielen Menschen Ihre Lebensgrundlage genommen. Sie haben schlechteren Zugang zu Trinkwasser, können Nahrung nicht in gewohnter Art und Weise produzieren oder müssen sogar bestimmte Regionen verlassen, weil sie unbewohnbar werden. Diese Veränderungen haben umfangreiche gesellschaftliche Folgen, wie politische Konflikte und Fluchtbewegungen.


      (Quelle: Scheffran et al., 2009)