Eingriffe in die Geosphäre
Nachdem der Begriff Nachhaltigkeit im ersten Kapitel etwas beleuchtet wurde, fokussiert diese Lektion darauf, wie sich menschliche Aktivitäten konkret auf die Umwelt auswirken und welche langfristigen Folgen das haben kann. Dafür müssen ein paar Begrifflichkeiten geklärt werden..

(Bild: "Sphaeren hg.png" von Hgrobe auf wikimediacommons, Lizenz: CC-BY-SA 2.5)
Die Erde kann in verschiedenen Zonen oder Sphären
eingeteilt werden:
- Die Atmosphäre ist die Luftschicht, die die Erde umgibt,
- die
Hydrosphäre umfasst die Gesamtheit der Gewässer,
- die Pedosphäre ist der Boden
also die oberste Schicht der Erdoberfläche,
- darunter liegt die Lithosphäre also
den äußeren, steinernen Bereich des Erdmantels.
Die Geosphäre umfasst nach unserer
Definition diese genannte vier Sphären. Der belebte Teil der Geosphäre, also die
Gesamtheit aller Lebewesen, ist die Biosphäre. Die Gesamtheit der belebten und
unbelebten Sphären der Erde nennt man Biogeosphäre. Biosphäre und Geosphäre bedingen und formen einander. Die Menschheit hat
insbesondere seit Beginn der Industrialisierung zu einer starken Veränderung
von Biosphäre und Geosphäre beigetragen. Seitdem die Menschen die technologischen Möglichkeiten
hatten, die Geosphäre zu verändern, haben sie dies auch getan. Zum einen durch die Bearbeitung des Bodens für die Landwirtschaft, die oft ein reversibler
Prozess ist. Für den Bau von Bauwerken wurden zum anderen schon in der Antike
Steinbrüche angelegt oder Löcher zum Abbau von beispielsweise Ton gegraben.
Auch den Abbau von Kohle und Erzen, für die Stollen in die Erde getrieben wurden, waren bekannt. Diese Veränderungen der Geosphäre waren verhältnismäßig klein
und sind heute oft kaum erkennbar und zumeist mussten die Menschen sich ihrer Umwelt
anpassen. Mit dem Einsatz von Maschinen wurden die Dimensionen in denen die
Erdoberfläche verändert wurde ungleich größer und die Menschen bekamen die
Möglichkeit die Umwelt für sich passend zu machen.
Massenverlagerungen von Erdreich geschehen vor allem bei
Bautätigkeiten, Rohstoffgewinnung und Landwirtschaft. Primär bewirken diese
Verlagerung Abtragung und Aushöhlung von Erdreich und Aufschüttungen an anderer
Stelle. Besonders gut sichtbar sind Massenverlagerungen in Tagebauen. In
Deutschland gibt es für die Braunkohleförderung riesige Tagebaue, die viele
quadratkilometerweit bis zu 500 m unter dem Meeresspiegel reichen und die
entsprechenden Landschaften für immer verändern.
Hier
ein Bild des Tagebaus in Jaenschwalde (Fläche 60 km
2) in Brandenburg:
Und für
die Förderung von Erzen werden häufig kegelförmige Löcher in die Erde
getrieben, wie zum Beispiel hier in die Grasberg-Mine in
Indonesien:
(Bild: "Grasberg_mine.jpg" von Alfindra Primaldhi auf wikimedia commons, Lizenz: CC-BY 2.0)