Potentiale und Grenzen von Erd-, Umgebungswärme und Geothermie
Das Potential der Nutzung von Erd- und Umgebungswärme, sowie der tiefen Geothermie sind in Deutschland groß. Studien der Fraunhofer-Gesellschaft beziffern das Potential der Wärmegewinnung aus oberflächennaher Erdwärme mit 75% des deutschen Wärmebedarfs (vgl. Born et al. (2022)) und das der tiefen Geothermie wird beim derzeitigen technologischen Stand mit ca. 25% des Wärmebedarfs in Deutschland angegeben (vgl. Bracke & Huenges (2021)). Dies ist deshalb besonders relevant, weil viele der anderen Erneuerbaren Energien vor allem der Stromgewinnung dienen. Im Jahr 2024 war Geothermie und Umweltwärme schon die zweitwichtigste erneuerbare Energiequelle für die Bereitstellung von Wärme. Gemessen an dem zugewiesenen Potential ist das ein vergleichsweise geringer Wert.
Einzuschränken ist aber, dass für die Gewinnung von Wärme
mit diesen Technologien auch Strom benötigt wird und die Emissionsbilanz der
gewonnen Wärme wesentlich von der Herkunft des Stroms abhängt.
Emissionsbilanzen von Umweltwärme und tiefer Geothermie
Die Installation von Sonden, Kollektoren oder Brunnen ist aufwändig und kostet Energie. Die größte Beeinflussung der Umwelt besteht allerdings in der Bereitstellung des Stroms für die Wärmepumpe. Die Umweltbilanz des Stroms, ist wie immer, stark von der Art der Stromgewinnung abhängig. Für die Betrachtung der Emissionen der Nutzung von Erd- und Umgebungswärme wurde wieder von einem zu dem Zeitpunkt üblichen Strommix aus erneuerbaren und fossilen Energiequellen ausgegangen. Für die Emissionen wurde auch die durchschnittliche Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe entsprechenden Typs angenommen. Es ist davon auszugehen, dass die Emissionen stetig sinken, weil die Jahresarbeitszahlen kontinuierlich zunehmen. Wenn Wärmepumpen mit Erneuerbaren Energien betrieben werden, sind die entsprechenden Emissionen deutlich geringer. Wärmepumpen, die mit Erdgas betrieben werden haben im Vergleich eine relativ niedrige Emissionsbilanz, obwohl sie geringere Jahresarbeitszahlen zeigen. Dies liegt vor allem daran, dass die Verbrennung von Erdgas emissionsärmer ist, als die anderer fossiler Energieträger und hier keine zusätzliche Energieumwandlung notwendig ist.
(Daten: Lauf et al. (2023))
Die Emissionsbilanz der Tiefengeothermie ist in folgender Tabelle dargestellt. Ein Großteil der Emissionen beruht auf der benötigten Hilfsenergie für Pumpen und ähnliches. Der derzeitige Strommix ist dafür zugrunde gelegt. Insgesamt sind sich tiefe Geothermie und oberflächennahe Technologien in der Emissionsbilanz ähnlich.

(Tabelle: Lauf et al. (2023), S.68)