Nutzung von Erd- und Umgebungswärme
Unterscheidung Erd- und Umgebungswärme von Geothermie
Umgebungswärme
Als Umgebungswärme wird der Energiegehalt der Luft, des
oberflächennahen Erdreichs, des Grundwassers und von Oberflächengewässern (See,
Flüsse) bezeichnet. Diese Energie stammt von der Einstrahlung der Sonne und
gilt als unbegrenzt und erneuerbar.
Die Abgrenzung zur Erdwärme ist nicht einheitlich definiert. Oft wird auch die Energie des oberflächennahen Erdreichs als Erdwärme bzw. Geothermie bezeichnet. Differenzieren kann man in jedem Fall die tiefe Erdwärme, die nicht durch die Einstrahlung der Sonne, sondern durch die geothermische Energie aus dem inneren der Erde stammt. Zur Erinnerung: die Erde enthält im Inneren flüssiges Gestein, Magma genannt, das 700°C oder deutlich heißer ist. Die Temperatur in der Erde nimmt mit zunehmender Tiefe kontinuierlich zu, die Temperaturen unterscheiden sich je nach Dicke der Erdkruste.
Weil
Bohrungen in Deutschland ab 100 Meter Tiefe einer anderen Genehmigung
unterliegen, wird häufig bei 100 Meter die Grenze zwischen oberflächennaher
Erdwärme und tiefer Erdwärme gezogen.
In Deutschland wird meist erst bei über 1.000m Tiefe eine
Temperatur von mindestens 50°C erreicht, die direkt zum Heizen genutzt werden
kann. Die technologische Nutzung dieser tiefen Erdwärme bezeichnen wir im Folgenden
als Geothermie. In anderen Regionen der Welt, z.B. Island, ist die Erdkruste
stellenweise deutlich dünner als in Deutschland und auch die Nutzung
oberflächennaher Wärme wird dort als Geothermie bezeichnet.