Die Nutzung der Wasserkraft
Die Nutzung der Wasserkraft beruht auf der Ausnutzung des Wasserkreislaufs der Erde. Dieser wird im Wesentlichen durch die Strahlungsenergie der Sonne angetrieben und funktioniert derart, dass Wasser an Land und auf dem Meer erwärmt wird und dadurch verdunstet. Das verdunstete Wasser geht als Niederschlag, meist an anderer Stelle, auf die Erdoberfläche zurück und fließt aus höheren Lagen zurück an tiefer gelegene Orte. Dabei bilden sich Bäche, Flüsse und Seen.
(Grafik: Schneider, U., Finger, P.,
Meyer-Christoffer, A.,
Rustemeier, E., Ziese, M.,
& Becker, A.
(2017). Evaluating the Hydrological Cycle over Land Using the
Newly-Corrected Precipitation Climatology from the Global Precipitation
Climatology Centre (GPCC). Atmosphere, 8(3), 52.
https://doi.org/10.3390/atmos8030052)
Wasserkraft nutzt die kinetische Energie großer Wassermengen, die von einem höheren zu einem tieferen Punkt fließen.
Kraftwerksarten
Prinzipiell kann bei der Nutzung von Wasserkraft zwischen
Lauf- und Speicherwasserkraftwerken unterschieden werden.
Speicherwasserkraftwerke liegen an Stauseen, die in seltenen Fällen natürlich
entstanden sind und zu mindestens einer Seite durch Staudämme oder Staumauern
abgegrenzt sind. Die Energie kann hier sehr gezielt in bestimmten Zeiträumen
entnommen werden. Bei vielen Speicherkraftwerken, insbesondere in Gebirgen,
besteht eine große Höhendifferenz zwischen Wasserspeicher und dem Abfluss,
wodurch ein hoher Druck des Wassers besteht, der ausgenutzt werden kann.
Laufwasserkraftwerke sind an Flüssen gelegen, die nur leicht aufgestaut werden.
In den Abbildungen ist zum einen (links) das Weserwehr in Bremen zu sehen, welches mit einem Laufwasserkraftwerk kombiniert ist, die Stauhöhe beträgt hier zwischen drei und sechs Metern. Typisch bei Wehren an größeren Flüssen ist, dass hier auch eine Schleuse installiert ist. Das zweite Foto zeigt die Schwarzenbachtalsperre im Nordschwarzwald.

Diese Kraftwerke nutzen die Energie des fließenden Wassers,
die hier konstant gewonnen wird. Sie kann nicht, im Unterschied zu den
Speicherwasserkraftwerken, auf bestimmte Zeiträume beschränkt werden.
Beide Kraftwerksformen beruhen auf baulichen Eingriffen in den natürlichen
Verlauf von Fließgewässern, die neben der Energiegewinnung auch andere Ziele
haben: Schiffbarmachung, Flutvorbeugung, Schaffung landwirtschaftlicher
Flächen, Sicherung der Trinkwasserversorgung und Bewässerung
landwirtschaftlicher Flächen, Freizeitnutzung der Seen.
Aufbau eines Wasserkraftwerks