Der Anteil und die Zusammensetzung des Lignins in der
Lignoclellulose unterscheidet sich zwischen verschiedenen Pflanzenarten sehr.
Holzige Pflanzen enthalten deutlich größere Mengen Lignin als krautige Pflanzen
und Gräser. Auch die Hölzer verschiedener Baumarten unterscheiden sich in der
Menge und der Art des Lignins das sie enthalten, wodurch Holzarten
unterschiedlich hart oder dicht sind. Holz ist chemisch sehr widerstandsfähig
und kann nur durch die intensive und langandauernde (Jahre bis Jahrzehnte)
Einwirkung von Licht, durch mechanische Einwirkung, durch Enzyme mancher Pilze oder
durch Feuer zersetzt werden.
Lignocellulose besteht ähnlich wie fossile Brennstoffe aus
Kohlenwasserstoffen. Bei seiner Zersetzung in der Natur oder seiner Verbrennung
wird also hauptsächlich Kohlenstoffdioxid und Wasser freigesetzt. Dieses CO2
ist chemisch identisch mit dem bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern
freigesetzten CO2, trägt also u.a. auch zum Treibhauseffekt bei.
Aufgrund der Tatsache, dass beim Nachwachsen des Holzes aber durch die
Photosynthese auch CO2 in gleicher Menge gebunden wird, wird Holz
aus nachhaltiger Bewirtschaftung als erneuerbarer Energieträger klassifiziert.
Ein Großteil des eingeschlagenen Holzes in Deutschland wird
für die Verwertung als Stammholz für Bau- und Möbelholz verwendet, ein kleinerer
Anteil als Industrieholz für die Herstellung von Papier und anderen
Holzprodukten, wie z.B. Faserplatten. Für die Erzeugung von Energie wurden 2018
ca. 30% verwendet. Im Kontext der
Energiegewinnung wird Holz auch als feste Biomasse bezeichnet.
Holz wird durch Forstwirtschaft gewonnen, hauptsächlich
durch die Bewirtschaftung von Wäldern, aber auch durch die Durchführung von
Landschaftspflegemaßnahmen, wie z.B. die Fällung und Beschneidung von Bäumen an
Straßen und in Parks. Für die Verwertung als Energieträger werden auch
Nebenprodukte aus der Holzwirtschaft, wie Rinde und Restholz, aber auch
Holzabfälle aus Industrie und Bauwirtschaft, verwendet.

Neben der klassischen Forstwirtschaft findet auch gezielter Anbau
von Energiehölzern auf sogenannten Kurzumtriebsplantagen statt, die aber nur eine geringe
Rolle spielen. Hier werden schnellwachsende Holzsorten wie Weide und Pappel auf
landwirtschaftlichen Flächen angebaut, die in Abständen von meist 4 Jahren
geerntet werden und dann nachwachsen.
Holzformen und Baumarten
Holz wird in den Formen Scheitholz, Hackschnitzel, Pellets
und Brickets gehandelt. Scheitholz (Abbildung links) wird nur aus Derbholz
(Stammdurchmesser > 7 cm) gewonnen, Hackschnitzel (Mitte) können aus
verschieden Nebenprodukten aber auch aus Derbholz durch Zerkleinerung, gewonnen
werden. Pellets (rechts) und Brickets werden aus diversen Abfällen der
Holzindustrie gepresst.

In Deutschland werden hauptsächlich vier Baumarten
holzwirtschaftlich genutzt: Eiche, Buche, Fichte und Kiefer. In der folgenden
Abbildung ist dargestellt, welche Nutzungsschwerpunkte für die verschiedene
Holzarten bestehen. Vor allem Buche und Eiche sind als Feuerholz beliebt, da
sie eine sehr hohe Energiedichte besitzen.

(Abbildung: Hennenberg et al. (2022), S.38)