Wirkungsgrad
Je nach Umgebungstemperatur liegt der Wirkungsgrad der Solarthermie deutlich über dem Wirkungsgrad der Photovoltaik. Tatsächlich ist der Wirkungsgrad der Solarthermie stark abhängig von der Umgebungstemperatur.
Als Maßzahlen für die Abschätzung des Wirkungsgrades der Solarthermie werden die Außentemperatur (T
a) und die Kollektormitteltemperatur (T
m) benötigt. Die Kollektormitteltemperatur ist der Mittelwert der Temperatur des Wärmeträgers bei Ein- und Austritt aus dem Kollektor. Je größer die Differenz zwischen T
a und T
m, desto geringer der Wirkungsgrad. Für einen Beispielkollektor der bei einer Strahlungsintensität von 1.000 W/m
2 und einer Differenz von T
a und T
m 0K eine Leistung von 765 W/m
2,
also einen Wirkungsgrad von 76,5% aufweist, zeigt bei einer Differenz von 30K nur noch einen Wirkungsgrad von 65% und bei einer Temperaturdifferenz von 70K nur noch 47% an(vgl. Schabbach & Leibbrandt (2021)).
Status-quo und Potentiale der Solarthermie
Solarthermie ist eine Technologie, die sich gut im Kontext von Heizungsanlagen von Einfamilienhäusern einbinden lässt. Es ist möglich mit Sonnenkollektoren auf dem Dach ca. 60% des Bedarfes an Warmwasser zu decken. Neben der Nutzung für private Wohnhäuser birgt auch die Nutzung für Prozess- und Raumwärme in der Industrie wichtige Potentiale.
Die Solarthermie spielt gegenüber anderen Technologien, die Erneuerbare Energien nutzen, eine geringe Rolle. Nur 2% der aus erneuerbaren Quellen erzeugten Energien wurden 2024 mit Solarthermie erzeugt (vgl. Umweltbundesamt).
Die Fraunhofer-Gesellschaft prognostiziert in einer Studie,
dass der Anteil der Solarthermie langfristig steigen wird. Die in der folgenden
Abbildung dargestellten Szenarien betrachten verschiedene Möglichkeiten der
gesellschaftlichen Verhaltensänderungen und der Akzeptanz gegenüber
verschiedenen Technologien. In der Prognose wird unabhängig davonausgegangen,
dass bis 2050 ca. 10% der Endenergie mit Solarthermie gewonnen wird (vgl. Sterchele et al. (2020)).

(Grafik: Sterchele et al. (2020), S.37)
Die Umweltbilanz der Solarthermie ist im Vergleich zu Photovoltaik, bezogen auf die gewonnenen kWh Energie, besser als die der Solarenergie (vgl. Lupu et al. (2022)), weil hier weniger aufwändige Materialien genutzt werden.