Potentiale und Grenzen der Photovoltaik
Potentiale
Sonnenlicht ist auf der Welt in großen Mengen vorhanden und ist prinzipiell die größte Energiequelle. Wie bereits erwähnt ist im Prinzip auch Energie die aus Wind- und Wasserkraft oder aus fossilen Energieträgern gewonnen werden kann, letztlich umgewandelte Sonnenenergie. Der Energiebetrag, der jährlich als Sonnenlicht auf der Erde auftritt ist im Verhältnis zum jährlichen Energieverbrauch auf der Welt und den Energiereserven in Form von fossilen Energieträgern und Uran um ein vielfaches größer. Das Potential ist also gewaltig.
Natürlich trifft das Sonnenlicht nirgendwo konstant auf. Die
Einstrahlung verändert sich im Laufe des Tages und mit zunehmender Entfernung
vom Äquator und auch im Verlauf der Jahreszeiten. Auch die Winkel, in denen das
Sonnenlicht auf die Erde trifft, unterscheiden sich zwischen den Breitengraden
und haben Auswirkung auf die Strahlungsenergie, die dann vorhanden ist. Auch
Phänomene wie Bewölkung oder geographische Gegebenheiten, wie z.B. der Schatten von
Bergen, haben Einfluss auf die Strahlungsenergie, die an einem Ort genutzt
werden kann.

Für ein Solarmodul ist nicht nur die direkte Strahlung die
auftritt nutzbar, sondern auch reflektierte Strahlung und diffuse Strahlung.
Insgesamt ist an den lichtstärksten Standorten auf der Welt bis zu 2.500 kWh pro
Quadratmeter und Jahr Solarstrom möglich, in den Regionen nahe Süd- und Nordpol sind es aber deutlich
unter 1.000 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Theoretisch, würde in einer sehr lichtstarken Region, zum
Beispiel der Sahara, eine Fläche von 800 x 800 km reichen, um die ganze Welt
mit Strom zu versorgen. Das ist natürlich aus verschiedenen Gründen nicht
praktikabel, verdeutlicht aber das Potenzial der Solarenergie.

In der folgenden Karte sehen wir die Lichtintensitäten für
Europa aufgelöst. Es ist logisch, dass in den nördlichen Regionen weniger
intensives Licht zu erwarten ist. Im Süden Deutschland sind bis zu 1.200 kWh pro
Quadratmeter und Jahr zu erwarten, in Mittel und Norddeutschland eher 1.100.

(Grafik: "SolarGIS-Solar-map-Eurpoe-de.png" von SolarGIS © 2011 GeoModel Solar s.r.o. auf wikimedia commons, Lizenz: CC-BY-SA 3.0)
Natürlich schwankt die Lichtmenge auch über das Jahr. Vergleicht man die Tageslichtmengen im Laufe des Jahres in Hamburg und München, stellvertretend für Nord- und
Süddeutschland, ist zu erkennen: Über das
Jahr kann in München eine halbe Kilowattstunde pro Quadratmeter und Tag mehr
genutzt werden. Die Spitzenleistung ist mit ca. 5 kWh ähnlich, wird aber in
München viel länger erreicht. Zwischen März und Oktober ist in beiden Regionen
wenig Licht, in München aber immer noch doppelt so viel wie in Hamburg.
Ähnlich
wie die Windkraft, hat auch die Photovoltaik das Problem, dass sie nicht
kontinuierlich Energie liefert. In der Nacht wird durch Photovoltaik kein Strom
bereitgestellt und im Laufe des Jahres schwanken die bereitgestellten
Energiemengen gewaltig. Von daher ist auch hier die Speicherung von Energie
notwendig, wenn die Potentiale der Technologie ausgeschöpft werden sollen. Wir
werden die Thematik der Energiespeicherung in einem späteren Kapitel noch
intensiver besprechen.