Was wäre, wenn dein Unternehmen nicht allein auf Wachstum und Profit ausgerichtet wäre, sondern vorrangig soziale, gemeinnützige und Umweltschutzziele verfolgen würde? Genau diese Frage stellen sich Anhänger*innen der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ). Die Gemeinwohl-Ökonomie ist ein Modell und zugleich eine Bewegung, die die Wirtschaft, wie wir sie heute kennen, reformieren soll. Ziel ist es, von einer kapitalistischen, auf Wachstum und Profit ausgerichteten Wirtschaftsweise, zu einem ökonomischen Modell zu kommen, bei dem das Gemeinwohl an erster Stelle steht.

Doch was bedeutet Gemeinwohl eigentlich? Der Begriff lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen, als noch Platon und Aristoteles darüber philosophierten. Letzterer beschrieb das Gemeinwohl als Kombination aus Gerechtigkeit und dem Glück aller Bürger*innen. In der Stoa wird es als das Gute für alle Menschen beschrieben. Bis heute haben sich viele unterschiedliche Menschen Gedanken über den Begriff des Gemeinwohls gemacht, der sich auf Gemeinden, Staaten oder die gesamte Menschheit beziehen lässt.

Die Basis der Gemeinwohl-Ökonomie bilden folgende vier Säulen:

  • Menschenwürde
  • Solidarität und Gerechtigkeit
  • Ökologische Nachhaltigkeit
  • Transparenz und Mitentscheidung

In diesen Bereichen sollen GWÖ-Unternehmen besonders gut aufgestellt sein. Dafür verwenden die Anhänger*innen des Modells ein Punktesystem – die Gemeinwohlbilanz. Das Hauptinteresse der Gemeinwohl-Ökonomie ist, die Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt durch rein profitorientiertes Wirtschaften zu beenden.

Matrix der Gemeinwohlbilanz, die 5 Stakeholder (z.B. Lieferanten) an 4 Werten (z.B. Menschenwürde) misst und bewertet.
Die Matrix der Gemeinwohl-Bilanz (Quelle: gruenderplattform.de).
 
Zuletzt geändert: Donnerstag, 9. April 2026, 14:16