Im Betrieb der KI-Infrastruktur entstehen Konflikte um Wasser, Energie und Land. Denken wir an wasserintensive Rechenzentren: Wird Kühlwasser aus Flüssen, Seen oder Grundwasserschichten entnommen, kann das Auswirkungen auf Fischbestände, Landwirtschaft und Trinkwasserversorgung haben. Konflikte können dann entstehen, wenn Landwirt*innen Ertragseinbußen aufgrund von Wasserknappheit beklagen, während gleichzeitig neue Industrieanlagen angesiedelt werden. Politisch mächtige Akteure können Zugangsrechte sichern, während weniger einflussreiche Gruppen verdrängt werden. Hier sind Gemeinden, die ohnehin von Klimafolgen wie Dürren betroffen sind, besonders verwundbar, da sie weniger Spielraum haben, auf zusätzliche Belastungen zu reagieren.
Konflikte entstehen auch am Ende des Lebenszyklus. Elektroschrott aus KI-Hardware, Servern und Endgeräten landet in Ländern, die als „Recyclingstandorte“ fungieren, ohne über ausreichende Schutzmaßnahmen zu verfügen. Menschen dort verdienen ihren Lebensunterhalt, indem sie Geräte zerlegen, Metalle heraustrennen und alles andere verbrennen oder deponieren.
Die Global-E-waste-Analysen zeigen, dass Tausende Tonnen Geräte jährlich informell verarbeitet werden, mit entsprechenden Luft- und Bodenbelastungen (Global E-waste Monitor 2024). Die Konflikte sind hier oft stiller – sie äußern sich nicht immer in offenen Protesten, sondern in Krankheiten, verkürzten Lebensspannen, verschmutzten Flüssen und der Tatsache, dass Kinder an Orten spielen, die voller giftiger Rückstände sind. Vulnerabel sind hier vor allem Menschen in informellen Siedlungen, ohne geregelten Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung oder sicheren Jobs.