Fallstudie Schnellbussysteme in Kolumbien
Zahlreiche Städte in Lateinamerika haben seit Beginn des 21. Jahrhunderts begonnen, Schnellbus-Systeme mit eigenen Busspuren aufzubauen als wichtiges Element ihrer Strategie für nachhaltige urbane Mobilität (vgl. Vergel-Tovar, 2022). In vielen dieser Städte mit niedrigen bis mittleren Einkommensniveaus ist der individuelle Autobesitz noch nicht so verbreitet wie in Nordamerika oder Westeuropa, so dass man hofft, die Pfadabhängigkeiten einer auf den individuellen Autoverkehr zentrierten Stadtentwicklung zu vermeiden. Andererseits sind die Investitionskosten für Bussysteme niedriger als für den Aufbau von U-Bahn-Netzen und anderen Schienensystemen, und Busse lassen sich leichter in die schon bestehende Straßeninfrastruktur integrieren.
Bekanntes Beispiel: Transmilenio in Bogotá
Seit Ende der 1990er Jahre wird der Transmilenio als Antwort auf die Verkehrsprobleme in der kolumbianischen Hauptstadt entwickelt und in mehreren Phasen ausgebaut wurde. Derzeit arbeitet Bogotá an der Elektrifizierung der Busflotte, um eine Dekarbonisierung und Reduzierung der lokalen Luftverschmutzung zu erreichen.
Link zur TransMilenio: https://www.transmilenio.gov.co/
Medellín, die zweitgrößte Stadt Kolumbiens hat ein integriertes öffentliches Nahverkehrssystem aufgebaut, das neben Schnellbussen, Straßenbahnen und einer Schnellbahn auch ein Netzwerk von Seilbahnen (Metrocable) integriert. Die Seilbahnen wurden insbesondere mit dem Ziel entwickelt, informelle und schlecht erschlossene Siedlungen der Stadt an das Nahverkehrssystem anzubinden, und erfüllen insofern explizit auch soziale Nachhaltigkeitsziele.
Weitere Informationen findest Du hier: https://use.metropolis.org/case-studies/medellin-s-metrocable.