Die Technikfolgenabschätzung hat ihren Ursprung in den 1960er Jahren, als die Gesellschaft begann, die Auswirkungen der industriellen Revolution sowie der neu aufkommenden Umweltprobleme zu reflektieren.
Ihr Ziel besteht darin, die potenziellen Risiken
und Chancen neuer Technologien zu identifizieren, um fundierte Entscheidungen
zu ermöglichen. Als Technology Assessment (TA)bezeichnet man Prozesse, die darauf ausgerichtet sind,
die Bedingungen und potenziellen Auswirkungen der Einführung und verbreiteten
Anwendung von Technologien möglichst systematisch zu analysieren und zu
bewerten. Das Analyseziel von TA-Untersuchungen richtet sich vor allem auch
auf die indirekten, nicht intendierten und langfristigen Sekundär- und
Tertiäreffekte der Einführung und Anwendung neuer Technologien auf Umwelt und
Gesellschaft (Dierkes 1994).
Da TA von Anfang an
durch die Unschärfe und Vielfalt der praktischen und wissenschaftlichen
Erkenntnisinteressen bei der Behandlung von Fragen des technischen Wandels
gekennzeichnet ist, gibt es auch keine einheitliche Methodik oder einheitliche
theoretische Grundgedanken. Methoden, die in der TA zum Einsatz kommen sind beispielsweise Szenarioanalysen,
Risikoabschätzungen, Stakeholder-Beteiligung und ethische Bewertungen. Die TA integriert
gesellschaftliche, rechtliche und ethische Perspektiven und soll verhindern,
dass technologische Innovationen unkontrolliert und unreflektiert eingeführt
werden, und stattdessen eine verantwortungsvolle Innovation fördern. TA ist
eine Forschungspraxis, die durch den Erwerb von reflexivem Wissen motiviert ist
und dynamische und komplexe soziotechnische Systeme zu (politik)beratenden
Zwecken analysiert (Böschen et al. 2021).
Die wesentlichen Charakteristika der TA
Wirkungsorientierung: Folgen der Art und Weise, wie wir Technologie nutzen, gestalten und implementieren > Ziel: Vermeidung unerwünschter Folgen
Wissenschaftliche Stringenz: Ergebnisse werden auf der Grundlage bestehender wissenschaftlicher Bewertungskriterien und Anforderungen entwickelt > Ziel: Neue Erkenntnisse für Entscheidungsträger betroffener Gruppen
Beratungsschwerpunkt: Bereitstellung von Wirkungswissen auf der Basis gesellschaftlicher Bedürfnisse > Ziel: Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Öffentlichkeit und Politik
Teilnehmer/innen müssen
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Eine Bewertung erhalten
Bestehensgrenze erreichen
Die Parlamentarische Technikfolgenabschätzung ist ein wichtiger Bestandteil der politischen Entscheidungsfindung, deren
Fokus auf der Unterstützung von Parlamenten und politischen
Entscheidungsträgern liegt, um fundierte Entscheidungen im Umgang mit
Innovationen zu treffen. Die parlamentarische TA ist in vielen Ländern fest
verankert und wird durch spezielle Büros oder Organisationen unterstützt. Diese
Büros sind meist unabhängige Einrichtungen, die Experten aus verschiedenen
Fachgebieten zusammenbringen und dienen als Schnittstelle zwischen
Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.
Beispiel
In Deutschland ist die Parlamentarische TA durch
das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) vertreten.
In Großbritannien ist das House of Lords Science and Technology Committee ein
bedeutendes Gremium, das sich mit Fragen der Wissenschaft und Technologie
befasst. Zudem gibt es das Parliamentary Office of Science and Technology
(POST), das als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Parlament fungiert. In
den Niederlanden ist die Parliamentary Research Service (Algemene Rekenkamer)
aktiv; sie führt technologische und gesellschaftliche Bewertungen durch.
Durch diese Einrichtungen soll sichergestellt
werden, dass technologische Entwicklungen im Einklang mit gesellschaftlichen
Werten und nachhaltigen Zielen gestaltet werden können.