Ressourcenverbrauch und Urbanisierung
Innovation, Technologie, Infrastruktur – das alles erfordert natürliche Ressourcen. Für die Frage nach nachhaltigen Städten ist das höchst relevant, denn der höhere Ressourcenverbrauch städtischen Lebens ist die Kehrseite der wirtschaftlichen Vorteile der Urbanisierung. Auch Bewohner*innen von Städten benötigen Nahrungsmittel, die irgendwo wachsen müssen. Für den Bau von Straßen, Schienen, Kanalisation, Krankenhäusern, Schulen und Wohngebäuden werden Zement, Steine, Metall, Holz und andere Rohstoffe benötigt. Transportwege zu bewältigen erfordert Energie, die in Kraftwerken oder das lokale Verbrennen fossiler Stoffe bereitgestellt werden muss.
Vertiefung
Wir werden viele dieser Aspekte im Kursverlauf noch vertieft diskutieren; einstweilen ist aber abstrakt das Konzept des „ökologischen Fußabdrucks“ hilfreich. Die Vorstellung dahinter ist, dass man die verschiedenen Ressourcenbedarfe umrechnen kann in die Fläche, die für jeden Menschen benötigt wird, um diese Ressourcen bereitzustellen. Im Internet findest Du viele Rechner, mit denen Du Deinen eigenen Fußabdruck spielerisch ermitteln kannst, z.B. hier: https://www.wwf.de/themen-projekte/klimaschutz/wwf-klimarechner.
Wenn man auf diese Weise den
Ressourcenverbrauch mit
Urbanisierung in
Verbindung setzt, wie es der WBGU (2016) in seinem schon erwähnten Gutachten in Beziehung setzt, so stößt man auf ein Paradox, das in der nachfolgenden Grafik erkennbar ist, welche
Urbanisierungsgrad,
Wohlstand (gemessen anhand des Human Development Index, der verschiedene materielle und immaterielle Aspekte zusammenfasst) und
ökologischen Fußabdruck in Beziehung setzt.