Kurs: KI und Nachhaltigkeit | OnCourse UB

  • Lektion 3

    • Konstruktive Zukünfte: Regulieren, Vergesellschaften, Verweigern, anders bauen

      Welche politischen und gesellschaftlichen Handlungsoptionen gibt es jenseits von KI-Hype und Technikverweigerung? Dieser Frage gehen wir in der folgenden Buchaktivität nach.

    • Abschlussaufgabe

      Wähle eine der drei Technologien aus:

      Drei Beispiele für Technik: KI-Waldüberwachung per Drohne, das modulare Fairphone und eine KI-Plattform für die Logistik.
      Die Infografik stellt drei Fallbeispiele vor: KI-gestützte Drohnen zur Waldbrand-Früherkennung, das auf Nachhaltigkeit und Reparierbarkeit ausgelegte Fairphone sowie eine KI-Logistikplattform zur Optimierung von Ladekapazitäten. Quelle: Eigene Darstellung.

      Aufgabe: Eine Technologie mit der Matrix für konviviale Technik betrachten

      Nutze die Matrix für konviviale Technik, um eine Technologie deiner Wahl für dich selbst zu reflektieren. Die folgenden Schritte können dir helfen, deine Gedanken zu strukturieren:

      1. Lebenszyklus der Technologie

      Überlege dir kurz, welche materiellen und sozialen Voraussetzungen die Technologie hat.

      Leitfragen:
      • Welche Rohstoffe, Geräte, Server, Rechenzentren oder Netze sind nötig?
      • Wer produziert, wartet und nutzt die Technologie?
      • Welche Energie- und Wasserverbräuche entstehen?
      • Was passiert mit Geräten, Daten und Infrastruktur am Ende der Nutzung?
      • Welche Formen von Arbeit werden sichtbar oder unsichtbar?
      2. Bewertung nach konvivialen Kriterien

      Nutze die folgenden Dimensionen, um die Technologie für dich einzuschätzen:

      a) Verbundenheit
      • Fördert die Technologie solidarische Beziehungen, Kooperation und demokratische Teilhabe?
      • Oder vereinzelt sie Menschen, erzeugt Abhängigkeiten und stärkt Kontrolle?
      b) Zugänglichkeit
      • Wer kann die Technologie nutzen, verstehen und mitgestalten?
      • Ist sie offen, bezahlbar und barrierearm?
      • Oder ist sie abhängig von großen Konzernen, Lizenzen, proprietärer Software und teurer Infrastruktur?
      c) Anpassungsfähigkeit
      • Kann die Technologie lokal verändert, repariert, angepasst oder zweckentfremdet werden?
      • Oder ist sie geschlossen, zentralisiert und nur vom Anbieter kontrollierbar?
      d) Bio-Interaktivität
      • Wie wirkt sich die Technologie auf ökologische Systeme aus?
      • Welche Rolle spielen Energieverbrauch, Rohstoffe, Wasser, Elektroschrott und Emissionen?
      e) Angemessenheit
      • Stehen Mittel und Zweck in einem sinnvollen Verhältnis?
      • Wird für ein kleines Problem eine überdimensionierte technische Lösung eingesetzt?
      • Gibt es einfachere, ressourcenschonendere oder sozialere Alternativen?
      3. Konviviale Alternative entwickeln

      Überlege dir anschließend, wie eine Alternative oder Verbesserung der Technologie aussehen könnte.

      Leitfragen:
      • Wie könnte die Technologie demokratischer kontrolliert werden?
      • Welche Funktionen wären wirklich notwendig?
      • Welche Funktionen könnten reduziert oder abgeschafft werden?
      • Wie ließen sich Energie, Daten und Ressourcen sparen?
      • Wie könnten Nutzer:innen, Arbeiter:innen oder betroffene Gruppen mitentscheiden?
      • Wäre eine öffentliche, genossenschaftliche, lokale oder Open-Source-Lösung denkbar?
      Ergebnis deiner Überlegungen

      Halte für dich in knapper Form fest (z. B. als Notiz, Mindmap oder kleine Präsentation), was du herausgefunden hast.

      Hilfreich können dabei folgende Punkte sein:

      1. Kurze Beschreibung der gewählten Technologie
      2. Einordnung entlang der Matrix für konviviale Technik
      3. Deine Einschätzung: eher konvivial oder eher nicht-konvivial?
      4. Ideen für eine konvivialere Gestaltung
      5. Kurzes Fazit: Sollte diese Technologie eher ausgebaut, begrenzt, umgebaut oder abgelehnt werden?