Fallstudie Jurong Innovation Park Singapur
Singapur verfolgt seit Jahrzehnten eine strategische Stadtentwicklungspolitik, die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit mit Nachhaltigkeit und hoher Lebensqualität verbindet (Menkhoff et al., 2024).
Der Stadtstaat ist ein interessantes Beispiel für eine wissensbasierte, staatlich koordinierte Innovationsökonomie, in der Wissenschaft, Wirtschaft und öffentliche Verwaltung eng verzahnt sind. Stadtentwicklung wird hier als Innovationspolitik verstanden:
Durch räumliche Nähe und gezielte Planung sollen „communities that live, work, play and learn together“ (JTC, zitiert nach Menkhoff et al., 2024, S. 2) entstehen, in denen neue Ideen schneller umgesetzt werden können.
Staatliche Agenturen wie die Urban Redevelopment Authority und die JTC Corporation schaffen hierfür integrierte Innovationsräume – etwa one-north, Punggol Digital District oder den Jurong Innovation District. Diese urbanen Innovationsräume dienen als Reallabore, in denen Universitäten, Unternehmen, Start-ups und Bürger*innen gemeinsam an Lösungen für eine nachhaltige und digital vernetzte Stadt arbeiten.
Im folgenden Video kannst Du Dir eine kurze Reportage über den Jurong Innovation District (JID) anschauen. Der JID ist ein rund 600 Hektar großes Areal, das als integriertes Ökosystem für Forschung, digital vernetzte Industrie 4.0 (vgl. Kapitel 3) und nachhaltige Stadtentwicklung dient. Unter der Leitung der staatlichen JTC Corporation vereint der District Universitäten, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen, um neue Technologien – etwa in der Fertigung, der Kreislaufwirtschaft und der Wasserstoffnutzung – zu erproben und zu skalieren. Ziel ist es, durch enge räumliche und organisatorische Vernetzung ein Modell für auf eine nachhaltige Wirtschaftsweise (vgl. Kapitel 10) ausgerichtete urbane Innovationscluster zu schaffen.