Was heißt eigentlich „KI für Umwelt- und Klimaschutz“?
Wenn heute von „Künstlicher Intelligenz für das Klima“ die Rede ist, klingt das oft nach einem technologischen Versprechen: Mit besseren Vorhersagen, optimierten Prozessen und automatisiertem Monitoring soll KI helfen, Emissionen zu senken und Ökosysteme zu schützen.
Die Initiative „Climate Change AI“ bündelt genau solche Hoffnungen, indem sie Anwendungsfelder identifiziert, in denen maschinelles Lernen einen besonders großen Beitrag zur Minderung von Emissionen oder zur Anpassung an Klimafolgen leisten könnte (Climate Change AI 2020).
Gleichzeitig betont sie, dass KI kein Ersatz für klassische Klimapolitik ist, sondern nur ein Baustein in einem größeren Maßnahmenmix.
Unter „KI für Umwelt- und Klimaschutz“ lässt sich zunächst ganz nüchtern der Einsatz datengetriebener, lernender Verfahren in umwelt- und klimarelevanten Aufgaben verstehen:
Algorithmen für
- Prognosen,
- Mustererkennung,
- Optimierung oder
- Entscheidungsunterstützung
werden auf Daten aus
- Energiesystemen,
- Gebäuden,
- Verkehr,
- Landwirtschaft oder
- Ökosystemen
angewandt.
Rolnick und Kolleg:innen haben dieses Feld in ihrer Übersicht „Tackling Climate Change with Machine Learning“ systematisch strukturiert und schlagen vor, zwischen Anwendungen zur Emissionsminderung, zur Klimaanpassung und zu sogenannten Meta-Tools (z. B. Datenbereitstellung, Klimawissenschaft) zu unterscheiden (Rolnick et al. 2023).