Buch: Warum Städte reicher sind - Netzwerk-Skaleneffekte

3. Wissenschaftliche Bestätigung

Vertiefung

Eine einflussreiche Studie von Bettencourt et al. (2007) bestätigt diese Annahmen über Skaleneffekte und wirtschaftliche Vorteile von Städten. Die Forscher analysierten umfangreiche Daten zu US-amerikanischen, europäischen und chinesischen Städten und zeigten, dass viele städtische Kennzahlen einer skalierenden Gesetzmäßigkeit folgen, wir in der nachfolgenden Grafik veranschaulicht.

Drei Kurven zeigen super-, linear- und sublineares Wachstum städtischer Variablen je nach Stadtgröße.
Drei Kurven zeigen super-, linear- und sublineares Wachstum städtischer Variablen je nach Stadtgröße. Quelle: Eigene Darstellung.


Während physische Infrastrukturen wie Straßennetz oder Stromkabel unterproportional mit der Stadtgröße wachsen (also Effizienzgewinne bringen), wachsen wirtschaftliche und soziale Indikatoren wie Bruttoinlandsprodukt, Einkommen, Innovationsrate oder Anzahl der Patente überproportional – mit einem Skalierungsfaktor von etwa 1,15 bis 1,3.

Das bedeutet, ...

je größer eine Stadt, desto produktiver und innovativer ist sie im Durchschnitt – nicht nur absolut, sondern auch pro Kopf.

Besonders relevant für nachhaltige Stadtentwicklung ist dabei die Erkenntnis, dass diese Effekte unabhängig von nationalem Kontext und politischer Organisation auftreten und daher offenbar universellen Mustern folgen. Städte sind also keineswegs nur chaotisch gewachsene Einzelphänomene, sondern scheinen einer in gewisser Weise vorhersagbaren Logik kollektiver Organisation zu folgen. Dieses Wissen ist zentral, um zu verstehen, warum Urbanisierung so eng mit wirtschaftlicher Entwicklung verknüpft ist.