Biophilie und Ästhetik der gebauten Stadt
1. Biophilie
Rückblick
Erinnerst Du Dich an die Vision einer Stadt auf dem Mars, die wir in Kapitel 2 als extremes Beispiel für nachhaltigen Städtebau kennen gelernt haben? Innerhalb der kuppelartigen Strukturen waren dort Parklandschaften mit kleinen Seen geplant. Die Renaturierung des Städtebaus mit so genannten Grün- und Blauräumen ist uns auch in Kapitel 4 als Klimaanpassungsmaßnahme unter dem Stichwort Schwammstadt begegnet.
All dies ist keine Mode unter Stadtplaner*innen und hat auch nicht nur technische Gründe wie Verschattung und Versickerung, sondern gründet auf umfangreiche Forschung, die zeigt, dass derartig gestaltete Umwelten gut sind für menschliches Wohlbefinden und Gesundheit. Sie wirken als Puffer gegen viele der in Lektion 8.2 aufgezählten psychologischen Stressoren des urbanen Lebens.
Vielleicht zeigt sich in diesen Präferenzen für eine relativ natürliche Umwelt in der Stadt unser evolutionäres Erbe in dem Sinne, dass Psychologie und Physiologie des Menschen gut angepasst sind an die ursprüngliche biologische Umwelt unserer Spezies? Der WBGU (2023) fasst jedenfalls die vorliegenden empirischen Erkenntnisse zur Biophilie von Stadtbewohner*innen zusammen. Sie sind schematisch in der folgenden Grafik dargestellt.