Lerninhalt zur urbanen Nachhaltigkeit
5. Drei Dimensionen der Nachhaltigkeit
Das verbreitete drei-dimensionale Modell der Nachhaltigkeit versucht, den vielen Aspekten des Begriffs Rechnung zu tragen:
Die drei Dimensionen
- Ökologische Nachhaltigkeit bezieht sich vor allem auf den Verbrauch natürlicher Ressourcen und die Notwendigkeit, die planetaren Leitplanken zu betrachten.
- Ökonomische Nachhaltigkeit betont das Recht aller Menschen auf wirtschaftliche Prosperität zur Befriedigung ihrer materiellen Bedürfnisse.
- Soziale Nachhaltigkeit bezieht sich auf eine gerechte Gesellschaft mit gleichen Teilhabechancen für alle.
Die eine nachhaltige Stadt gibt es nicht, denn die drei Dimensionen verweisen auf häufige Zielkonflikte. Ein neues Kohlekraftwerk kann einer Stadt des Globalen Südens erstmals eine stabile Energieversorgung sichern, die für viele Menschen die Basis wirtschaftlicher Aktivität darstellen kann, auf der anderen Seite aber das Problem des Klimawandels verschärfen. Eine CO2-Besteuerung in Europa kann die ökologische Transformation der Wirtschaft beschleunigen, stellt aber Menschen mit geringem Einkommen vor Probleme, sich Mobilität und eine warm beheizte Wohnung zu leisten. Nur zwei Beispiele von vielen, die zeigen, dass es in der Praxis ein schwieriger und konflikthafter Aushandlungsprozess ist, Städte nachhaltig zu machen.
Verschiedene Darstellungsvarianten der drei Nachhaltigkeitsdimensionen: Das drei-Säulen-Modell (links) betont die Gleichwertigkeit von ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit. Nach dem Vorrangmodell (Mitte) ist wirtschaftliche Nachhaltigkeit nur möglich in einer sozial nachhaltigen Gesellschaft, die es wiederum nur unter intakten ökologischen Bedingungen geben kann. Das Nachhaltigkeitsdreieck wiederum (rechts) betont die Zielkonflikte, die häufig zwischen den drei Facetten der Nachhaltigkeit bestehen.