Lerninhalt zur urbanen Nachhaltigkeit

3. Die nachhaltige Stadt aus der Gerechtigkeitssicht

Urbanisierung hat die Welt reicher (vgl. Lektion 1.3), aber auch erheblich ungleicher gemacht, weil nicht alle Menschen vom wirtschaftlichen Fortschritt gleichermaßen und gleich schnell profitieren. Es bestehen erhebliche Diskrepanzen zwischen den Lebenschancen einerseits zwischen urbanisierten und ländlichen Räumen auf der Welt, aber auch in sehr hohem Maße innerhalb der Städte. Wir werden dieses Thema in Kapitel 7 vertiefen.

Eine andere, eher sozialwissenschaftlich geprägte Sichtweise auf urbane Nachhaltigkeit leitet sich daher aus Gerechtigkeitsüberlegungen ab.

Frage

Wie vermeidet man es, dass ein Teil der Menschheit die enormen wirtschaftlichen Vorteile der Urbanisierung genießen kann, während andere - heute und zukünftig geborene Generationen - die ökologischen Folgen tragen müssen?

Muss man nicht allen Menschen, egal wo geboren, ein Recht auf Migration in die Städte zugestehen, wo oftmals bessere Lebenschancen zur Verfügung stehen? Wie geht man mit höchst ungleichen Verteilungen von Einkommen und Teilhabechancen von Menschen innerhalb derselben Stadt um?

Auch solche und viele ähnliche Fragen, die letztlich aus dem normativen Prinzip der Gleichwertigkeit aller Menschen herrühren, spielen im Diskurs um nachhaltige Städte eine große Rolle.