Lerninhalt zur urbanen Nachhaltigkeit

2. Die Stadt als “Superorganismus”

Aus naturwissenschaftlichen Systemtheorie stammt die Idee, ein sozial-kulturelles Gebilde wie eine Stadt nach ähnlichen Prinzipien zu betrachten wie ein Lebewesen (vgl. Capra & Luisi, 2014).

Definition

Lebewesen sind so genannte offene komplexe Systeme, die ihre innere Struktur und Ordnung nur dadurch aufrecht erhalten können, dass sie aus ihrer Umwelt Energie in Form von Nahrung zuführen und innere Unordnung an die Umwelt abgeben in Form von Ausscheidungen (Schrödinger, 1944).

In ähnlicher Weise lassen sich die Beziehungen zwischen einer Stadt und ihrer Umwelt beschreiben: Sie führt Energie und andere Ressourcen aus der Umwelt zu und schafft damit eine höhere innere Komplexität und Ordnung als es in der natürlichen Lebensumgebung von Menschen der Fall ist. Unter der Metapher des “Urbanen Metabolismus” (WBGU, 2016, S. 71) werden nach dieser Logik die Stoff- und Energieströme von Städten untersucht.