Lerninhalt zur urbanen Nachhaltigkeit
1. Die nachhaltige Stadt aus der Ressourcensicht
Das Mars-Beispiel aus der vorherigen Lektion ist extrem, aber alle Städte stehen vor der Herausforderung, die Ressourcen zu organisieren, die für das städtische Leben notwendig sind. Die ressourcenökonomische Perspektive auf Nachhaltigkeit (vgl. Müller-Christ, 2020) ist schon sehr alt und geht auf die Forstwirtschaft zurück und die Mahnung, zur Gewinnung von Holz nicht mehr Bäume zu schlagen als langfristig nachwachsen (Carlowitz, 1713).
Heutige Städte brauchen natürlich mehr und andere Ressourcen als Holz, auch wenn die Bedeutung dieses ökologisch verträglichen Baustoffes tatsächlich wieder zunimmt. Dennoch kann man diese Grundidee von Nachhaltigkeit auf vieles anwenden. Beim Klimawandel beteht das Problem zum Beispiel darin, dass der Erdatmosphäre mehr CO2 zugeführt wird als sie absorbieren kann. (Hier ist also die „Ressource“ die Absorptionsfähigkeit.)
Von Bedeutung ist hier das Konzept der planetaren Leitplanken (Steffen et al., 2015). Die Gewinnung und Umwandlung natürlicher Ressourcen für die Deckung der menschlichen Bedarfe in einer urbanisierten Gesellschaft führt dazu, dass viele ökologische Prozesse im Erdsystem aus dem Gleichgewicht geraten, also ihre natürliche Regenerationsfähigkeit verlieren. Aus dieser Perspektive erfordert urbane Nachhaltigkeit, unsere Städte in Zukunft so zu gestalten, dass ihr Ressourcenverbrauch die Belastung der ökologischen Systeme minimiert.
Zum Beispiel ...
... sollte der immense Energiebedarf des städtischen Lebens aus erneuerbaren Energien gedeckt werden, Rohstoffe wie z.B. Baumaterial zunehmend aus recycelten Abfällen gewonnen statt der Erdkruste entnommen zu werden.