Buch zu "Technik aus Nachhaltigkeitsperspektive"
5. SDGs der Vereinten Nationen
Die im Kontext der Rio+20-Konferenz entwickelten und 2015 auf höchster politischer Ebene beschlossenen SDGs der Vereinten Nationen greifen innerhalb von 17 Zielen mit 169 Indikatoren die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit auf. Sie bieten prinzipiell einen Orientierungsrahmen für gesellschaftliche Entwicklungsprozesse und in diesem Zuge auch wirtschaftliche Aktivitäten.
Aufgepasst!
Die Problematik der Zielkonflikte zwischen Dimensionen und einzelnen SDGs bleibt auch hier größtenteils ungelöst (vgl. z. B. Kroll et al. 2019). Eine explizite Priorisierung der ökologischen und sozialen Dimensionen gegenüber der ökonomischen findet nicht statt.
Vielmehr
wird mit Blick auf das Ziel 9„Menschenwürdige
Arbeit und Wirtschaftswachstum“ davon ausgegangen, dass eine Entkopplung von
Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch erreicht werden kann. Hiermit wird
suggeriert, dass in diesem Fall kein Zielkonflikt zwischen ökonomischer und
ökologischer Dimension existiert.
Definition
Nachhaltige Entwicklung wird als Prozess begriffen, der sich um die Frage nach der gerechten Verteilung zwischen den heute lebenden Menschen und zukünftigen Generationen dreht und um den gerechten Umgang der Menschen miteinander sowie mit der Natur. Es ist ein normatives Konzept, dessen Gegenstück als Kollaps bezeichnet werden kann. Damit ist Nachhaltigkeit zur Grundlage „für die Bestimmung von Fortschritt und Verantwortung, Freiheit und Kultur geworden“ (Bachmann 2010, S. 2).